Internationales Schulprojekt

Internationales Schulprojekt „Widerstand gestern und heute – was können wir daraus lernen ?“ –  Projektbeschreibung

Dies Projekt entstand aus einer Diskussion des Kuratoriums der Goerdeler-Stiftung mit dem Leipziger Oberbürgermeister Burkhard Jung als ein Beitrag zum Jahr der Demokratie 2018. Die Träger des Projekts sind die Carl und Anneliese Goerdeler-Stiftung (Ansprechpartner: Prof. Dr. Frieder Meyer-Krahmer), die Stadt Leipzig (Ansprechpartnerin: Dr. Gabriele Goldfuß, Leiterin Internationales) und die Europäische Stiftung der Rahn Dittrich Group für Bildung und Kultur, RDG Stiftung (Ansprechpartner: Gotthard Dittrich). Das Projekt wird finanziell durch die drei Träger und die Bosch-Stiftung gefördert.

  1. Ziel 

Ziel ist die Auseinandersetzung der beteiligten Schulen und Lernenden aus verschiedenen Ländern mit dem Thema „Widerstand früher und heute – was können wir daraus lernen ?“ Am Beispiel von politischen Jugendgruppen und Einzelpersonen aus dem Widerstand werden die unterschiedlichen historischen und länderspezifischen Kontexte, die Ziele und leitenden Wertvorstellungen, die Handlungen, der Mut und die Gefährdungen dieser Menschen behandelt. Die Gegenwartsbezüge spielen eine wichtige Rolle. Zentral sind die Auseinandersetzung mit dem Thema und der Gedankenaustausch der Schulen untereinander.

Neben Schulen aus Leipzig sind Schulen aus folgenden Partner-/Kooperations-Städten der Stadt Leipzig beteiligt: Lyon, Kiew, Kairo, Addis Abeba und Warschau (Anhang 1). Beteiligte Klassenstufen sind  8.-11. Klassen, das Fächerspektrum ist  breit gefasst: Geschichte, Gemeinschaftskunde, Ethik, Sprache, Musik/Kunst.

  1. Der Begriff „Widerstand“, seine Kontextabhängigkeit und die Auswahl von Jugendgruppen/Einzelpersonen

In allen 6 Ländern bedeutet „Widerstand“ das sich Entgegenstellen gegen ein gewalttätiges, autoritäres bzw. diktatorisches Regime, das Menschenrechte und Rechtsstaat missachtet. Dieser Widerstandsbegriff wird aus dem jeweiligen historischen und länderspezifischen Kontext heraus von den Lernenden weiter entwickelt. Im Vergleich können dann unterschiedliche Sichtweisen und Dimensionen, aber auch Gemeinsamkeiten herausgearbeitet werden. Um den Widerstandsbegriff nicht zu beliebig werden zu lassen, wird zwischen Widerstand, Protestbewegung und Opposition unterschieden.

Die Auswahl von Jugendgruppen und/oder Einzelpersonen des Widerstands kann nach verschiedenen Kriterien erfolgen: Exemplarisch, lokale Bezüge, Materialverfügbarkeit u.a.m.

  1. Leitfragen

Trotz aller Unterschiede der Länder und Zeiten werden alle Schulen folgende Fragen behandeln, um Vergleiche zu ermöglichen:

  • Akteure und Kontext: Um welche historische und länderspezifische Form des Widerstands handelt es sich ? In welcher Gesellschaft haben sich die ausgewählten Widerstandskämpfer/Jugendgruppen befunden, wogegen haben sie sich gewendet, wie fand ihr Weg in den Widerstand statt ?
  • Ziele und Werthaltungen: Was waren ihre Motive, Ziele und handlungsleitenden Werte ?
  • Handlungen und Reaktionen: Was haben sie getan, welche Handlungsspielräume haben sie genutzt, wann Mut gezeigt, ihr Leben riskiert ? Was haben sie und ihre Familien auf sich genommen ? Wie hat das Regime reagiert ?

–     Evtl. auch: Heroisierung/Ent-Heroisierung.

  1. Behandlung im Unterricht der beteiligten Schulen und angestrebtes Ergebnis

Nach dem vorbereitenden Treffen  der verantwortlichen Lehrerinnen und Lehrer im September 2017 befassen sich die beteiligten Schulen im  Schuljahr 2017/18 mit dem Thema im Unterricht. Das Ergebnis soll so gefasst sein, dass ein Vergleich der inhaltlichen Ergebnisse der beteiligten Schulen vorgenommen werden kann.

Als mögliche Formate der inhaltlichen Ergebnisse werden eruiert: Kurzfilm, Reportage, Veröffentlichung, interaktive Wanderausstellung, Internetportal für Schüler/Lehrer oder ein interaktives Lernprogramm.

Wichtig ist ein unkomplizierter Austausch der Ergebnisse zwischen den Schulen, um eine gemeinsame Antwort auf folgende Fragen zu erarbeiten:

  • Welches sind die Unterschiede und Gemeinsamkeiten von historischen und länderspezifischen Kontexten und der ausgewählten handelnden Personen/ Jugendgruppen des Widerstands ?
  • Was können wir daraus für unsere heutige Lebenswelt und für uns selbst lernen ?
  1. Workshop in Leipzig vom 7. bis 8. November 2018 mit Oberbürgermeister Jung

Vorgesehen ist ein 2-tägiger Workshop der beteiligten Schulen mit einem öffentlichkeitswirksamen Teil, an dem Oberbürgermeister Jung beteiligt ist. An der Veranstaltung werden auch  Schülerinnen und Schüler aus anderen Leipziger Schulen beteiligt.

Schließlich werden Ergebnisse angestrebt, die auch von anderen Schulen, Lehrern, Schülern und anderen Institutionen wie Goethe-Instituten genutzt werden können.

  1. Zeitplan des Projekts (Laufzeit: September 2017 – November 2018)

– September 2017: Vorbereitungstreffen der verantwortlichen Lehrer und Projektauftakt

– Behandlung im Unterricht der beteiligten Schulen: verbleibendes Schuljahr 2017/2018

– Zusammenführung und Aufbereitung der Ergebnisse durch die beteiligten Schulen: bis Frühherbst 2018

– 7.-8. November 2018 in Leipzig: Workshop der beteiligten Schulen mit dem Oberbürgermeister der Stadt Leipzig unter Einbeziehung weiterer Leipziger Schulen.

  1. Projektkoordination und Verantwortungsbereiche

Die Projektkoordination übernimmt Prof. Meyer-Krahmer, Goerdeler-Stiftung, verantwortlich für Konzept, Leitung der Veranstaltungen und kontinuierliche Projektbegleitung über die gesamte Laufzeit. Hinzu kommt die Planung, Organisation und Durchführung des Vorbereitungstreffens im September 2017.

Für den Workshop der Schulen mit dem Oberbürgermeister am 7.-8. November 2018 stellt die RDG Stiftung die notwendigen Räume und Technik  zur Verfügung und übernimmt zusammen mit der Stadt Leipzig die Verantwortung für dessen  Vorbereitung, Organisation und Durchführung.

Anhang: Liste der beteiligten Schulen

Lyon: Cité Scolaire International (CSIL) de Lyon (mit Schwerpunkt Deutsch) in Zusammenarbeit mit dem Centre d’Histoire de la Résistance et de la Déportation CHRD, Lyon

Kiew: Deutsche Schule Kiew

Addis Abeba: Deutsche Botschaftsschule Addis Abeba DBSAA

Kairo: Deutsche Rahn Schule Kairo

Warschau: Deutsche Willy-Brandt-Schule,  ggfs. in Kooperation mit dem Europäischen Zentrum Solidarnosc Danzig

Leipzig: Rahn Oberschule und Fachoberschule, interessierte Schüler und Schülerinnen weiterer Leipziger Schulen können am Workshop vom 7. bis 8. November 2018 in Leipzig teilnehmen.