Zweck der Stiftung

Die Kinder von Carl und Anneliese Goerdeler errichteten 1995 im Andenken an ihre Eltern die gemeinnützige Carl und Anneliese Goerdeler-Stiftung. Stiftungszweck ist die Förderung von Wissenschaft und Forschung, sowie von Kunst und Kultur, Bildung und Erziehung im Rahmen eines friedlichen Austauschs in Europa. Unsere Arbeit ist Investition in unsere gemeinsame gesellschaftliche Zukunft.  “Nur wer die Vergangenheit kennt, hat eine Zukunft” (Wilhelm von Humboldt), in diesem Sinne leisten wir Erinnerungs- und Kulturarbeit.

Die aus der bitteren Erfahrung zweier Weltkriege gewonnenen Überzeugungen des Widerstands fanden wesentliche Ausprägung in der Verfassung unseres Grundgesetzes, insbesondere in der zentralen Betonung der Menschenwürde und der Einbeziehung der allgemeinen Menschenrechte. Diese wurzeln tief in der Geschichte, in guten Zeiten in ihrer Anerkennung und Beachtung, in Krisen in ihrer Missachtung mit katastrophalen Folgen. Nur die intensive Beschäftigung mit und der Diskurs über diese Wurzeln unserer Kultur bringt uns die notwendige Sicherheit “auf dem rechten Weg” zu sein. Gute Erinnungsarbeit beinhaltet dabei eine kognitive, eine affektive und eine willensmäßige Seite. Wenn Überzeugungen erarbeitet, Gefühle erlebt und guter Wille geschaffen wird, bekommt unsere Kultur Sicherheit und Kraft.

 

Tätigkeiten der Stiftung:

  • Die Stiftung vergibt in Zusammenarbeit mit der Stadt Leipzig und namhaften öffentlichen Institutionen und Universitäten jährlich den Kommunalpreis für besondere kommunale Leistungen. Damit soll die Demokratie auf örtlicher und regionaler Ebene in unserer Gesellschaft gestärkt werden (Demokratie an der Basis- Artikel 28 GG).
  • Die Stiftung vergibt in Zusammenarbeit mit dem Grassi-Museum für angewandte Kunst und der Grassi-Messe in Leipzig, sowie namhaften Vertretern von Institutionen des Kunstgewerbes jährlich einen Grassipreis für besondere Leistungen im Bereich des Kunsthandwerkes. (Kunst im Alltag)
  • Die Stiftung fördert Bildung und Erziehung. Grundlage dieser Arbeit ist die Ethik des Politikers  Carl F. Goerdelers, die ihm zum unermüdlichen Widerstand gegen Unrecht und Kriegstreiberei des Nationalsozialismus Kraft gab. Seine Frau Anneliese, sein Bruder Fritz, dessen Frau Sabine und die neun Kinder beider Brüder, nicht zuletzt viele Gleichgesinnte gaben ihm Rückhalt. Unsere Erinnerungsarbeit erfolgt durch Ausstellungen, Seminare, Vorträge, Preisverleihungen, Veröffentlichungen. Wir unterstützen die Aufarbeitung der umfangreichen Archive und Nachlässe zum Widerstand im In- und Ausland.