Verleihung des Grassipreises 2022

Die diesjährige Grassimesse Leipzig wurde am 20.10.2022 durch Herrn  Oberbürgermeister Burkhard Jung eröffnet,  der auch den Grassipreis der Carl und Anneliese Goerdeler-Stiftung übergab. Er betonte, dass die Grassimesse als bedeutende Messe im Bereich des Kunsthandwerks gilt,  mit einer hohen Sichtbarkeit, Reputation und internationalen Orientierung. Er unterstrich die Unterstützung der Goerdeler-Stiftung von Anfang an.

Die Carl und Anneliese Goerdeler-Stiftung verlieh in diesem Jahr den seit 1997 ausgelobten Preis an die Leipziger Designkooperative OODD von Susanne Ostwald und Magdalena SophieOrland.  Susanne Ostwald ist Modedesignerin und Magdalena Sophie Orland Textildesignerin, beide ausgebildet u.a. an der Burg Giebichenstein. Für die Jury war ihre „überzeugende Verbindung traditioneller textiler Techniken mit digitalen Möglichkeiten“ ausschlaggebend.

Weitere Informationen zu den Preisträgern und Ausstellern finden sich unter www.grassimesse.de/

Verleihung des kommunalwissenschaftlichen Preises 2022

Der kommunalwissenschaftliche Preis der Carl und Anneliese Goerdeler-Stiftung, mit dem innovative Arbeiten junger Nachwuchswissenschaftler im Bereich der Kommunalwissenschaften ausgezeichnet werden, wurde in diesem Jahr an Herrn Dr. Dominik Frankenberg verliehen. Er erhielt ihn für seine Dissertation „Allokative und distributive Effekte der aufgabenorientierten Bedarfsmessung im kommunalen Finanzausgleich“.

Die Preisverleihung wurde durch den Oberbürgermeister der Stadt Leipzig, Herrn Burkhard Jung, vorgenommen, gemeinsam mit dem Kuratoriumsvorsitzenden der Carl und Anneliese Goerdeler-Stiftung. Anschließend fand eine Diskussion zu den Auswirkungen des kommunalen Finanzausgleichs auf das kommunale Leben vor Ort statt.

 

Kommunalpolitischer Preis 2023: Jetzt Start der Ausschreibung

Mit dem kommunalpolitischen Preis der Carl und Anneliese Goerdeler-Stiftung sollen herausragende Kooperationen von Kommunen oder kommunalen Allianzen unter Beteiligung einer deutschen Kommune oder kommunalen Allianz ausgezeichnet werden. Das Schwerpunktthema sind 2023 grenzüberschreitende kommunale Kooperationsprojekte zu partizpativen kommunalen Klimaschutz- und Anpassungsmaßnahmen. Die Auszeichnung soll der völkerverbindenden friedlichen Zusammenarbeit von Kommunen und kommunalen Allianzen vor allem in Europa dienen und ein gegenseitiges Lernen zum Nutzen der Einwohnerinnen und Einwohner fördern.

Bewerben können sich kommunale Verwaltungen oder regionale Verantwortungsgemeinschaften, ggfs. auch unter Einbeziehung zivilgesellschaftlicher Kräfte. Bewerbungsschluss ist  Freitag, der 18. September 2022.

Alles Nähere zur Ausschreibung finden Sie unter folgendem Link:

https://www.connective-cities.net/aktuelles/kommunalpolitischer-preis-goerdeler-stiftung-2023

 

Deutsch-französisches Projekt RESIST begonnen

Mit einem mehrtägigen Kick-off Treffen wurde ein neues deutsch-französisches Projekt gestartet. In den nächsten 2 Jahren wird die CAG aktiv mitwirken. Beteiligte von Seiten der CAG sind Cordelia Goerdeler und Frieder Meyer-Krahmer. Das Projekt trägt den Titel „RESIST – In the name of human rights“ und wird von der Europäischen Union finanziert. Angestrebt wird eine Kooperation von französischen und deutschen Gedenkstätten (Berlin und Lyon) mit Schulen aus beiden Ländern. Es sollen didaktisch aufbereitete Biographien von Widerstandskämpfern*innen gegen den Nationalsozialismus und Lernangebote erarbeitet werden, die in Schulen, Gedenkstätten und im binationalen Jugendaustausch verwendet werden. Einzelheiten finden sich in der folgenden Projektbeschreibung.

Resist

Jubiläum – 25 Jahre erfolgreiche Stiftungsarbeit

Wir blicken in diesem Jahr auf 25 Jahre erfolgreiche Stiftungsarbeit zurück.

Wir sind stolz auf das Erreichte. Insbesondere freuen wir uns, dass die Aktivitäten der Carl und Anneliese Goerdeler-Stiftung im Bereich von Kommunalwissenschaft und -politik, Bildung und Kunst große Beachtung und Wertschätzung nicht nur vor Ort, sondern auch bundesweit gefunden haben. Mittlerweile sind der Grassipreis, der kommunalwissenschaftliche und kommunalpolitische Preis sowie die internationalen Schulprojekte fest etabliert (siehe auch die Rubrik „Zweck der Stiftung“).

 

Trinationales Schulprojekt im November 2021 begonnen

Schulen aus Deutschland (Leipzig, Torgau, Plön), Polen (Warschau) und Frankreich (Lyon) haben
ein auf drei Jahre angelegtes Projekt „Widerstand in Diktaturen – was können wir daraus
lernen?“ begonnen. Am Beispiel  des Widerstands im Nationalsozialismus und anderen
Diktaturen wird in 2022 ist ein Schwerpunkt Frauen im Widerstand sein.  Von den
Schüler*innen werden die unterschiedlichen historischen und länderspezifischen Kontexte, die
Ziele und Handlungen dieser Menschen recherchiert. Daneben führen sie Interviews durch und
arbeiten mit lokalen Archiven, Dokumentationszentren und Erinnerungsstätten zusammen.
Zentral sind auch Gegenwartsbezüge und der Austausch der Schulen untereinander.
Das Projekt wird von der Carl und Anneliese Goerdeler-Stiftung und der Europäischen Stiftung
der Rahn-Dittrich Group für Bildung und Kultur sowie den beteiligten Schulen getragen. Beide
Stiftung fördern es auch finanziell.

Verleihung des Grassipreises 2021

Die Grassimesse Leipzig wurde in diesem Jahr am 28.10.2021 durch Herrn  Oberbürgermeister Burkhard Jung eröffnet,  der auch den Grassipreis der Carl und Anneliese Goerdeler-Stiftung übergab. Er lobte  die Grassimesse als führende Messe im Bereich des Kunsthandwerks mit europäischer Ausstrahlung und unterstrich, dass die Goerdeler-Stiftung von Anfang an die Messe  unterstützt hat. Schließlich bedankte er sich bei dem Museumsleiter Herrn  Dr. Olaf Thormann, dass er im letzten und in diesem Jahr eine Präsenzmesse ermöglicht hat.

Die Carl und Anneliese Goerdeler-Stiftung verlieh diesmal den seit 1997 ausgelobten Preis an Rosi Steinbach, geboren in Karl-Marx-Stadt/Chemnitz. Sie lebt und arbeitet  gegenwärtig in Leipzig. Rosi Steinbach arbeitet seit vielen Jahren mit Keramik. Die Jury begründete ihren Preisvorschlag damit, dass sie es vermag – wie man es gerade auf dem Gebiet der Keramik nur selten antrifft – die Plastik in besonderem Maße zu begreifen und zu durchdringen: „Humorvoll und ernsthaft zugleich bestimmen ihre freimodellierten und subjektiven Porträtbüsten den Raum. Rosi Steinbach transportiert das traditionelle Genre der Büste in die aktuelle Zeit. Die naturgetreuen Abbilder verblüffen durch eine Präsenz, die nur durch die glänzenden und farbigen Glasuren doch eine gewisse Distanz erhält.“

Weitere Informationen zu den Preisträgern und Ausstellern finden sich unter www.grassimesse.de/

Deutsch-französisches Schülertreffen vom 7.-9. November 2019 in Lyon

Zum Thema „Widerstand in Deutschland und Frankreich 1933-1945: Gemeinsamkeiten und Unterschiede“ fand in Lyon ein Schülertreffen mit Schulgruppen aus Lyon, Leipzig und Torgau statt. Es stand unter der Schirmherrschaft der Carl und Anneliese Goerdeler-Stiftung und wurde in Zusammenarbeit mit der Städtepartnerschaft Leipzig/Lyon, der Gedenkstätte Deutscher Widerstand und der Gedenkstätte Montluc (ehemalige Haftanstalt in Lyon) durchgeführt.

Programm: CAG-Programmablauf Lyon

Im Goethe Institut Lyon wurde am 7. November der Film „Fahndung nach Dr. Goerdeler“ gezeigt. Im Anschluß fand ein Gespräch mit den Enkeln Andreas Goerdeler und Frieder Meyer-Krahmer statt.Finanziell wurde das Treffen vom Deutsch-französischen Jugendwerk und der Goerdeler-Stiftung unterstützt.

Prägende Familiengeschichten

Unter diesem Motto lädt der Verein Gedenkstätten KZ Bisingen  zu einem „Enkelgespräch“ am Montag, 7. Mai 2018 um 19:30 Uhr ins Museum Bisingen ein.

Im Jubiläumsjahr 2018 ist viel von „den 68ern“ die Rede, deren Rolle für die gesellschaftspolitische Entwicklung der Bundesrepublik – je nach Standpunkt – als Aufbruch zu mehr Freiheit oder als total überschätzt betrachtet wird. Ein Verdienst, das man den aufbegehrenden Jugendlichen der 60er-Jahre gemeinhin anrechnet, ist deren Auseinandersetzung mit den NS-Verbrechen der eigenen Elterngeneration. Das kollektive Beschweigen in den 1950er-Jahren sei nun mit unbequemen Fragen nach den Verstrickungen der eigenen Väter aufgebrochen worden. Dass solche Generationenkonflikte aber eher die Ausnahme als die Regel darstellten, wird jeder aus der eigenen Familiengeschichte kennen. Entweder schaltete man als Jugendlicher bei den alten und oft stereotypen Kriegsgeschichten der Väter und Großväter gelangweilt auf Durchzug, oder das Thema wurde in der Familie ganz ausgespart. Worin sich – Studien zufolge – fast alle Nachgeborenen einig waren und sind, bringt der Sozialforscher Harald Welzer auf die einfache Formel: „Opa war kein Nazi.“

Silvia Pauli aus Riehen bei Basel kann sich mit diesem Satz nicht selbst beruhigen. Und sie will es auch nicht. Ihr Großvater Johannes Pauli war 1944/45 Lagerführer des Konzentrationslagers in Bisingen und nachweislich für den Tod und das Leiden von vielen hundert Häftlingen verantwortlich. In ihrer Familie wurde hartnäckig darüber geschwiegen, aber Silvia Pauli spürte, dass etwas nicht stimmte. Seit einigen Jahren setzt sie sich entschlossen mit ihrer Familiengeschichte auseinander und hat schon mehrfach in Bisingen und an anderen Orten über diesen Prozess gesprochen. Zuletzt im Oktober bei einer Tagung des Gedenkstättenverbunds Gäu-Neckar-Alb und am Folgetag in einem Interview, das im Bisinger Museum für den Schweizer Rundfunk aufgenommen wurde.

Die Bisinger kennen Silvia Pauli in der Tracht der Kommunität Diakonissenhaus Riehen. Wenn sie am 7. Mai erneut nach Bisingen kommt, um am Gesprächsabend des Gedenkstättenvereins im Museum teilzunehmen, wird sie die Schwesterntracht abgelegt haben. Was diese einschneidende Entscheidung mit ihrer Familiengeschichte zu tun hat, wird sicher ein Gesprächsthema sein.

Auch sonst verspricht der Abend unter dem Titel „Prägende Familiengeschichten“ interessant zu werden. Silvia Paulis Gesprächspartner war zwar bisher nicht in Bisingen, ist aber alles andere als unbekannt. Prof. Dr. Frieder Meyer-Krahmer ist ein Enkel des ehemaligen Leipziger Oberbürgermeisters Carl Friedrich Goerdeler, der maßgeblich an den Planungen des Stauffenberg-Attentats vom 20. Juli 1944 beteiligt war. Nach einem erfolgreichen Staatsstreich sollte er das Amt des Reichskanzlers übernehmen. Am 2. April 1945 wurde Goerdeler zusammen mit anderen Widerstandskämpfern in Berlin-Plötzensee hingerichtet.

Frieder Meyer-Krahmer ist der Sohn von Goerdelers Tochter Marianne. Der promovierte Volkswirtschaftler Meyer-Krahmer war unter anderem in leitender Funktion am Deutschen Institut für Wirtschaftsforschung in Berlin tätig, leitete das Fraunhofer-Institut für System- und Innovationsforschung in Karlsruhe und war von 2005 bis 2009 Staatssekretär im Bundesforschungsministerium. Er hat außerdem einen Sitz im Kuratorium der Carl und Anneliese Goerdeler-Stiftung, deren Zweck die Förderung von Wissenschaft und Forschung, Kunst und Kultur, Bildung und Erziehung im Rahmen eines friedlichen Austauschs in Europa ist.

Professor Frieder Meyer-Krahmers Großvater war also eindeutig „kein Nazi“. Dennoch bezeichnet er, wie Silvia Pauli, seine Familiengeschichte als „prägend“. Ob es dabei „einfacher“ ist, Enkel eines Widerstandskämpfers zu sein als Enkelin eines KZ-Lagerführers, ob auch in der Familie Goerdeler „Schweigegebote“ herrschten und welche persönlichen Verpflichtungen Pauli und Meyer-Krahmer aus ihrer jeweiligen Familiengeschichte ableiten, werden Fragen sein, die beim Enkelgespräch am 7. Mai 2018 im Museum in Bisingen aufgeworfen werden. Die Veranstaltung, zu der der Verein Gedenkstätten KZ Bisingen alle Interessierten herzlich einlädt, beginnt um 19:30. Der Eintritt ist frei. Nach dem Podiumsgespräch besteht für die Besucher die Gelegenheit, Silvia Pauli und Prof. Dr. Frieder Meyer-Krahmer Fragen zu stellen.

Silvia Pauli, Enkelin des Bisinger KZ-Lagerführers Johannes Pauli, und Prof. Dr. Frieder Meyer-Krahmer, Enkel des Widerstandskämpfers Carl Friedrich Goerdeler, unterhalten sich am 7. Mai im Museum Bisingen über ihre „prägenden Familiengeschichten“.

 

Dr. Ines Mayer
Verein Gedenkstätten KZ Bisingen
Irisweg 37
72406 Bisingen
07476/1053

Vorträge und Schülergespräch über Carl F. Goerdeler

13./14. Dezember 2017

Vorträge und Schülergespräch über Carl F. Goerdeler zum 50. Jubiläum des Goerdeler-Gymnasiums Paderborn

Anlässlich ihres  Jubiläums wurde Frieder Meyer-Krahmer von der Schule eingeladen, aus Enkelperspektive über den Weg Carl F. Goerdelers in den Widerstand, die Rolle der Familie und die Zeit nach dem 20. Juli 1944 zu berichten. Am Abend des 13. Dezember fand ein öffentlicher Vortrag und am Vormittag des 14. Dezember ein Schülergespräch statt. Genaueres hierzu findet sich unter folgendem Link.