Archiv der Kategorie: Allgemein

Abschlussworkshop des internationalen Schulprojekts vom 7. bis 8. November 2018 in Leipzig

Mit einem Abschlussworkshop in Leipzig mit über 50 SchülerInnen und deren begleitenden LehrerInnen ging das internationale Schulprojekt zu Ende. Ein Highlight des Projekts war, wie engagiert und intensiv die beteiligten 8 Schulen aus 6 Ländern sich mit dem Thema Widerstand beschäftigt haben. Da die Schülerinnen und Schüler vor ihrer Heimreise einhellig erklärten, erschöpft und begeistert zu sein, hat sich der große Einsatz der verantwortlichen LehrerInnen und der Organisatoren gelohnt.
Ulrike Gastmann hat in „DIE ZEIT“ vom 15. November (S.13) über den Workshop eine Kolumne geschrieben (zum Zeitungsartikel).
Das Fernsehen Leipzig hat eine 3-teiligen Bericht gesendet (zu den Videos: Teil ITeil IITeil III)
Eine ausführliche Darstellung der Ergebnisse wird innerhalb der nächsten Wochen auf der Website der Goerdeler-Stiftung veröffentlicht.

Projektwoche Widerstand

Im Rahmen der Projekt- und Lernangebote des Leipziger Schulmuseums für Leipziger Schulen vom 22. bis 26. Oktober 2018 zum Thema Widerstand in den Diktaturen des 20. Jahrhunderts fand am 25. Oktober 2018 eine Vorführung des Films „Fahndung nach Dr. Goerdeler“ und ein nachfolgendes Gespräch mit einem der Enkel von Carl Friedrich Goerdeler (Prof. Dr. Frieder Meyer-Krahmer) statt. Im Zentrum standen sein Weg in den Widerstand und seine Familie. Teilnehmer in dem voll besetzten Seminarraum waren Schülerinnen und Schüler der Henriette-Goldschmidt-Schule Leipzig, die ihre berufliche Ausbildung als Erzieherinnen und Erzieher absolvieren.

Der Film ist auf YouTube zu sehen. Zum Schulmuseum siehe: www.schulmuseum.leipzig.de

 

Verleihung des Grassipreises 2018

Übergabe des Grassi-Preises der Carl und Anneliese Goerdeler-Stiftung  im Rahmen der Eröffnung der Internationalen Kunsthandwerkmesse 2018 des Grassi Museums Leipzig

Am 25. Oktober 2018 übergab der Leipziger Oberbürgermeister Burkhard Jung im Rahmen der Eröffnung der Grassimesse 2018 den mit 3.000 € dotierten Preis der Carl und Anneliese Goerdeler-Stiftung an die diesjährige Preisträgerin Isabelle Enders. Die Jury überzeugte die Preisträgerin besonders dadurch, dass sie „mit ihren in manipuliertem 3D-Druck gefertigten Pfeffermühlen die Grenzen der Funktionalität auslotet“. Die 1979 in Miltenberg am Main geborene Preisträgerin hat eine berufliche Ausbildung als Silberschmiedin und von 2006-2014 ein Diplomstudium Freie Kunst/Gold- und Silberschmiedin, AdBK Nürnberg absolviert und bereits mehrere Preise erhalten.

Mittlerweile werden insgesamt 6 Preise auf der Grassimesse vergeben. Besonders wurde von den Rednern hervorgehoben, dass die internationale Orientierung deutlich zugenommen hat. Näheres siehe: www.grassimesse.de

Genaueres zum Preis der Stiftung findet sich unter Der Grassipreis der Goerdeler-Stiftung.

Prägende Familiengeschichten

Unter diesem Motto lädt der Verein Gedenkstätten KZ Bisingen  zu einem „Enkelgespräch“ am Montag, 7. Mai 2018 um 19:30 Uhr ins Museum Bisingen ein.

Im Jubiläumsjahr 2018 ist viel von „den 68ern“ die Rede, deren Rolle für die gesellschaftspolitische Entwicklung der Bundesrepublik – je nach Standpunkt – als Aufbruch zu mehr Freiheit oder als total überschätzt betrachtet wird. Ein Verdienst, das man den aufbegehrenden Jugendlichen der 60er-Jahre gemeinhin anrechnet, ist deren Auseinandersetzung mit den NS-Verbrechen der eigenen Elterngeneration. Das kollektive Beschweigen in den 1950er-Jahren sei nun mit unbequemen Fragen nach den Verstrickungen der eigenen Väter aufgebrochen worden. Dass solche Generationenkonflikte aber eher die Ausnahme als die Regel darstellten, wird jeder aus der eigenen Familiengeschichte kennen. Entweder schaltete man als Jugendlicher bei den alten und oft stereotypen Kriegsgeschichten der Väter und Großväter gelangweilt auf Durchzug, oder das Thema wurde in der Familie ganz ausgespart. Worin sich – Studien zufolge – fast alle Nachgeborenen einig waren und sind, bringt der Sozialforscher Harald Welzer auf die einfache Formel: „Opa war kein Nazi.“

Silvia Pauli aus Riehen bei Basel kann sich mit diesem Satz nicht selbst beruhigen. Und sie will es auch nicht. Ihr Großvater Johannes Pauli war 1944/45 Lagerführer des Konzentrationslagers in Bisingen und nachweislich für den Tod und das Leiden von vielen hundert Häftlingen verantwortlich. In ihrer Familie wurde hartnäckig darüber geschwiegen, aber Silvia Pauli spürte, dass etwas nicht stimmte. Seit einigen Jahren setzt sie sich entschlossen mit ihrer Familiengeschichte auseinander und hat schon mehrfach in Bisingen und an anderen Orten über diesen Prozess gesprochen. Zuletzt im Oktober bei einer Tagung des Gedenkstättenverbunds Gäu-Neckar-Alb und am Folgetag in einem Interview, das im Bisinger Museum für den Schweizer Rundfunk aufgenommen wurde.

Die Bisinger kennen Silvia Pauli in der Tracht der Kommunität Diakonissenhaus Riehen. Wenn sie am 7. Mai erneut nach Bisingen kommt, um am Gesprächsabend des Gedenkstättenvereins im Museum teilzunehmen, wird sie die Schwesterntracht abgelegt haben. Was diese einschneidende Entscheidung mit ihrer Familiengeschichte zu tun hat, wird sicher ein Gesprächsthema sein.

Auch sonst verspricht der Abend unter dem Titel „Prägende Familiengeschichten“ interessant zu werden. Silvia Paulis Gesprächspartner war zwar bisher nicht in Bisingen, ist aber alles andere als unbekannt. Prof. Dr. Frieder Meyer-Krahmer ist ein Enkel des ehemaligen Leipziger Oberbürgermeisters Carl Friedrich Goerdeler, der maßgeblich an den Planungen des Stauffenberg-Attentats vom 20. Juli 1944 beteiligt war. Nach einem erfolgreichen Staatsstreich sollte er das Amt des Reichskanzlers übernehmen. Am 2. April 1945 wurde Goerdeler zusammen mit anderen Widerstandskämpfern in Berlin-Plötzensee hingerichtet.

Frieder Meyer-Krahmer ist der Sohn von Goerdelers Tochter Marianne. Der promovierte Volkswirtschaftler Meyer-Krahmer war unter anderem in leitender Funktion am Deutschen Institut für Wirtschaftsforschung in Berlin tätig, leitete das Fraunhofer-Institut für System- und Innovationsforschung in Karlsruhe und war von 2005 bis 2009 Staatssekretär im Bundesforschungsministerium. Er hat außerdem einen Sitz im Kuratorium der Carl und Anneliese Goerdeler-Stiftung, deren Zweck die Förderung von Wissenschaft und Forschung, Kunst und Kultur, Bildung und Erziehung im Rahmen eines friedlichen Austauschs in Europa ist.

Professor Frieder Meyer-Krahmers Großvater war also eindeutig „kein Nazi“. Dennoch bezeichnet er, wie Silvia Pauli, seine Familiengeschichte als „prägend“. Ob es dabei „einfacher“ ist, Enkel eines Widerstandskämpfers zu sein als Enkelin eines KZ-Lagerführers, ob auch in der Familie Goerdeler „Schweigegebote“ herrschten und welche persönlichen Verpflichtungen Pauli und Meyer-Krahmer aus ihrer jeweiligen Familiengeschichte ableiten, werden Fragen sein, die beim Enkelgespräch am 7. Mai 2018 im Museum in Bisingen aufgeworfen werden. Die Veranstaltung, zu der der Verein Gedenkstätten KZ Bisingen alle Interessierten herzlich einlädt, beginnt um 19:30. Der Eintritt ist frei. Nach dem Podiumsgespräch besteht für die Besucher die Gelegenheit, Silvia Pauli und Prof. Dr. Frieder Meyer-Krahmer Fragen zu stellen.

Silvia Pauli, Enkelin des Bisinger KZ-Lagerführers Johannes Pauli, und Prof. Dr. Frieder Meyer-Krahmer, Enkel des Widerstandskämpfers Carl Friedrich Goerdeler, unterhalten sich am 7. Mai im Museum Bisingen über ihre „prägenden Familiengeschichten“.

 

Dr. Ines Mayer
Verein Gedenkstätten KZ Bisingen
Irisweg 37
72406 Bisingen
07476/1053

Verleihung der Kommunalpreise 2018

Die Carl und Anneliese Goerdeler-Stiftung hat am 2. Februar mit Unterstützung des Instituts für den öffentlichen Sektor e.V. und der Stadt Leipzig zwei unterschiedliche Preise für hervorragende Arbeiten im Bereich Kommunalpolitik und –wissenschaft in Leipzig verliehen.

Der zum zweiten Mal verliehene Preis für Kommunalpolitik geht in diesem Jahr an die Städtepartnerschaft zwischen Frankfurt/Oder und dem polnischen Słubice. Die beiden prämierten Kommunen wurden durch ihren Oberbürgermeister Dr. Martin Wilke und den Bürgermeister Tomasz Ciszewicz vertreten. Die beiden benachbarten Städte verstehen sich als gemeinsamer Stadtraum und sind eine Modellstadt europäischer Integration. Durch grenzüberschreitende Bildungs- und Kulturangebote, bilinguale Erziehung ab dem Kindergarten und eine gemeinsame touristische Vermarktung erfasst die Partnerschaft viele Bereiche des privaten und öffentlichen Lebens. Einmal im Monat kommen die beiden Bürgermeister zur Beratung zusammen. Das Frankfurt-Slubicer Kooperationszentrum koordiniert darüber hinaus die Zusammenarbeit der Verwaltung.

Mit dem bereits zum 20. Mal ausgelobten Kommunalwissenschaftlichen Preis wird 2018 David Kaufmann ausgezeichnet. Er überzeugte die Jury mit seiner Dissertation zur Standortpolitik von „sekundären Hauptstädten“, kleineren Regierungssitzen also, die nicht das wirtschaftliche Zentrum eines Landes sind. Er führte über 90 qualitative Interviews, um am Beispiel von Bern, Den Haag, Ottawa und Washington D.C. zu untersuchen, wie sich diese besondere Charakteristik auf die Positionierung dieser Hauptstädte im nationalen Zusammenhang auswirkt. David Kaufmann promovierte an der Universität Bern. Der Politikwissenschaftler ist seit 2017 als Postdoktorand am dortigen Kompetenzzentrum für Public Management tätig und auf die Analyse von Städte- Migrations- und Asylpolitik spezialisiert.

(c) nach Pressemitteilung des „Institut für den öffentlichen Sektor e.V.“

Vorträge und Schülergespräch über Carl F. Goerdeler

13./14. Dezember 2017

Vorträge und Schülergespräch über Carl F. Goerdeler zum 50. Jubiläum des Goerdeler-Gymnasiums Paderborn

Anlässlich ihres  Jubiläums wurde Frieder Meyer-Krahmer von der Schule eingeladen, aus Enkelperspektive über den Weg Carl F. Goerdelers in den Widerstand, die Rolle der Familie und die Zeit nach dem 20. Juli 1944 zu berichten. Am Abend des 13. Dezember fand ein öffentlicher Vortrag und am Vormittag des 14. Dezember ein Schülergespräch statt. Genaueres hierzu findet sich unter folgendem Link.